Starker Einbruch des Kreuzotterbestandes in Bayern

Auf einer gut drei Quadratkilometer großen Probefläche im Fichtelgebirge sank der erfasste Kreuzotterbestand innerhalb von 25 Jahren von 48 auf nur noch acht Tiere. Das entspricht einem Rückgang von rund 83 Prozent. Auch die Bayerische Rote Liste spiegelt diesen Rückgang der Bestände wider.

Kreuzotter streckt gegabelte Zunge zwischen Grashalmen heraus.
Kreuzotter beim Züngeln: So nimmt das Reptil Geruchsstoffe aus seiner Umgebung auf.

Warum die Kreuzotter unter Druck steht

Eine wesentliche Ursache ist das Verschwinden geeigneter Lebensräume. Kreuzottern benötigen abwechslungsreiche Flächen mit sonnigen Bereichen zum Aufwärmen, aber auch Deckung, Versteckmöglichkeiten und geeignete Winterquartiere.

Zusammengerollte Kreuzotter mit rotem Auge liegt getarnt im Gras.

Moore, Feuchtwiesen, lichte Wälder, Waldsäume und natürliche Flussauen bieten solche Bedingungen. Durch das Entwässern von Mooren oder Aufforsten von geeigneten Landschaftsflächen oder das Trennen von zusammenhängenden Lebensräumen verschlechtern sich die Bedingungen für die seltenen Reptilien.

Dunkle Kreuzotter mit langer, gerade gestreckter Zunge zwischen verwitterten Ästen.

Besonders junge Kreuzottern sind auf kleine Frösche und Eidechsen als Nahrung angewiesen. Gehen Amphibien- und Eidechsenbestände zurück, kann damit auch ihre Nahrungsgrundlage verschwinden.

Kreuzotter sind in Bayern stark gefährdet

In Bayern gilt die Kreuzotter als stark gefährdet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt bezeichnete sie 2026 außerhalb der Alpenregionen sogar als vom Aussterben bedroht.

Extreme Nahaufnahme gekielter Kreuzotter-Rückenschuppen im Streiflicht.
Makroaufnahme der Kreuzotterschuppenhaut.

Dass Schutzmaßnahmen helfen können, zeigt ein Beispiel aus dem Fichtelgebirge: Im Projektgebiet „Waldwiesen“ stieg die Zahl der erfassten Tiere zwischen 2004 und 2008 von acht auf 18. Dort wurden unter anderem Lebensräume verbessert und lichte Strukturen geschaffen.

Kreuzottern auf einer Probefläche im Fichtelgebirge, Balken nur für Jahre mit Erfassung
1982: 47 Tiere
1983: 44 Tiere
1984: 46 Tiere
1985: 40 Tiere
1986: 39 Tiere
1987: 36 Tiere
1988: 41 Tiere
1989: 38 Tiere
1990: 33 Tiere
1991: 26 Tiere
1993: 18 Tiere
1994: 21 Tiere
1995: 18 Tiere
1996: 15 Tiere
1997: 16 Tiere
1998: 12 Tiere
2002: 8 Tiere
2003: 4 Tiere
2004: 7 Tiere
2008: 7 Tiere
Werte aus den Balkenhöhen der LfU-Grafik abgelesen; Jahre ohne Balken wurden nicht erfasst.

Die langfristigen Zahlen bleiben dennoch deutlich: Einzelne Kreuzotterpopulationen in Bayern haben innerhalb weniger Jahrzehnte einen erheblichen Teil ihres Bestandes verloren.

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