Wie viele Fischadler brüten in Deutschland?

Fischadler fliegt mit einem Fisch in den Fängen vor dunklem Waldhintergrund.

Der Fischadler (Pandion haliaetus) gehört zu den Erfolgsgeschichten des deutschen Vogelschutzes. Nachdem der Brutbestand durch jahrzehntelange Verfolgung und durch Umweltgifte wie DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) bis Mitte der 1970er Jahre auf etwa 70 Paare eingebrochen war, setzte anschließend eine langfristige Erholung ein.

Zwischen 2017 und 2022 ist der deutsche Fischadlerbestand schätzungsweise auf 800 bis 850 Revierpaare angewachsen. Zum Vergleich: 1999 waren es 350 bis 380 Brutpaare, 2005 etwa 500 und 2011 bis 2016 bereits 700 bis 750 Fischadler-Paare.

Das Kerngebiet liegt weiterhin im Nordostdeutschen Tiefland. Der Bestand lag in Brandenburg 2019 bei rund 377 Brutpaaren, für Mecklenburg-Vorpommern werden 2022 rund 252 Brutpaare angegeben. Gleichzeitig breitet sich der Fischadler weiter Richtung Süden und Westen aus. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung in Sachsen, wo der Bestand 2023 auf etwa 100 bis 120 Paare angewachsen ist.

Eine Schlüsselrolle bei der Erholung spielen künstliche Nistmöglichkeiten. Vor allem in den ostdeutschen Kerngebieten nutzen zahlreiche Fischadler Hochspannungs- und spezielle Nistmasten als Horstunterlage. In Sachsen-Anhalt waren 2021 beispielsweise alle 53 dokumentierten Nester auf Energie- oder Nistmasten.

Brutbestand des Fischadlers in Deutschland, Angaben in Paaren
Mitte der 1970er Jahre: rund 70 Paare
1999: 350 bis 380 Brutpaare
2005: rund 500 Brutpaare
2011 bis 2016: 700 bis 750 Revierpaare
2017 bis 2022: 800 bis 850 Revierpaare

WildeNatur bei der Fischadlerberingung

2021 dokumentierten wir in der bayerischen Oberpfalz ein junges Fischadlerpaar. Aus ersten Beobachtungen 2020 eines einzelnen Fischadlermännchens wurde über die folgenden zwei Jahre eine intensive fotografische und dokumentarische Begleitung. Als 2021 schließlich ein Weibchen dazukam und dieses erfolgreich brütete, durften wir auf Einladung des NABU bei der Beringung der Jungvögel dabei sein. Ein für uns besonderer und unvergesslicher Einblick in die praktische Arbeit des Artenschutzes. In Bayern gibt es ca. 20 Fischadlerbrutpaare, weshalb er auch in der Roten Liste Bayerns weiterhin als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.

Warum werden Fischadler beringt?

Die Beringung der Fischadler ist in dem Zusammenhang wichtig, damit einzelne Tiere später eindeutig wiedererkannt werden können. So gewinnen Fachleute wichtige Erkenntnisse über Zugwege, Brutplatz, Ansiedlungen, Lebenserwartung und die Entwicklung der Population. Jede Ringablesung ist dabei eine Hilfe, die Lebensgeschichte eines Vogels ein Stück weiter zu entschlüsseln. Wenn du also ein Foto eines Fischadlers gemacht hast, auf dem man den Ring ablesen kann, melde ihn an der entsprechenden Stelle, z. B. NABU. Damit hilfst du dem Naturschutz und bekommst selbst auch interessante Informationen zu dem Tier.

Bei Ringfunden oder Ringablesungen:

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